September

Vom Zug aus sieht man immer die triste Rückseite der Häuserreihen, nicht selten darauf die Tünche längst mit Schmutzgrau übertan, der Schimmel punktet Muster darein. Die Bahnhofsgebäude, meist klassizistisch oder neugotisch, braucht man längst nicht mehr, manche sind billig vermietet, es zieht, wer hier wohl wohnt, andere mit kaputten Scheiben oder Brettern in den Löchern, es riecht nach Pisse. Nebenan in graurosa das übliche Verbundsteinpflaster, so steril wie das andere miefig.
Nach drei Stunden ist auch das Lesen unmöglich, ich stehe auf und setze mich wieder hin. Zeit zum Nachdenken wäre jetzt, aber obwohl mich niemand stört, fehlt die Ruhe. Gleich fährt der Zug irgendwo ein, der Lautsprecher kratzt etwas, Ausstieg rechts, glaube ich gehört zu haben.

Ich suche meinen MP3-Player aus dem Rucksack, das Kabel verheddert sich, nur Geduld, ich weiß mittlerweile, dass ich nicht fickrig werden darf, es wird nur eine Minute dauern, bis die schwarzen Leitungen verlegt sind. Etwas unschlüssig suche ich eine Musik aus. Anouar Brahem, “The Astounding Eyes of Rita”. Die Zuggeräusche lassen sich nicht aussperren und ich muss die Lautstärke höher pegeln. So wird es unangenehm. Ich gebe es auf und wickle die Kopfhörerkabel wieder zusammen, möglichst säuberlich, obwohl ich genau weiß, dass sie sich wieder verknoten werden, wenn ich den Player das nächste Mal heraushole. Ich sehe auf die Uhr.

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Flachbildfernseher bald nicht mehr flach?

3D ist den entsprechenden “Informations”-Sendungen zufolge der große Trend auf der IFA. … Ich sitze auch jetzt schon mit Brille vor dem Fernseher, aber bloß weil ich kurzsichtig bin und der alte Röhrenschirm gerade mal DIN A4-Format hat. Kann mir einer sagen, wofür wir das nun wieder brauchen? (Angeblich hat ja besonders die Porno-Industrie großes Interesse an der Technik.)

Und werden wir auf das Elend dieser Welt menschlicher reagieren, wenn wir es in 3D-Nachrichten sehen?

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Was darf man sagen?

In der unsäglichen Causa Sarrazin wird wieder mal darüber schwadroniert, was man sagen und – mehr noch – was man angeblich nicht sagen dürfe in unserem Land. Unsinn. Natürlich darf Sarrazin sagen, was er sagt.

Aber es ist Stuss.

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Weltwassertag

Es gibt ja reichlich Gedenktage, gerade gestern hatten wir den »Internationalen Tag für die Beseitigung der Rassendiskriminierung« , den »Internationalen Tag des Waldes«, den »Welttag der Hauswirtschaft« (ja, auch den gibt es), den »Welttag der Poesie« sowie den »Welt-Down-Syndrom-Tag« (21-3 wegen der Trisomie auf Chromosom 21). Die Kirche feierte Benedikt von Nursia.

Zum heutigen Weltwassertag sendet der Deutschlandfunk einen Beitrag über sinkendes Grundwasser in Indien.

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Streusalz

Vor unserem Haus findet derzeit kein Winterdienst statt, zugegeben, das ist nicht korrekt. Die Hausverwaltung jammert, es sei kein Streusalz aufzutreiben, und die mit dem Winterdienst beauftragte Firma tut erst mal gar nichts. Tja. Dazu ist anzumerken:

  • Offenbar ist schon der ganze Wintervorrat an Streusalz verschüttet worden. “Winterdienst” ist aber nicht dasselbe wie “Salzstreuen”. Die ökologischen Nachteile des breiten Einsatzes von Streusalz sind doch bekannt. In vielen Kommunen ist der private Einsatz von Streusalz sogar verboten. Wieviel Zentner pro Hektar sind denn allein schon in Trier diesen Winter schon wieder verplempert worden?
  • Es gibt ja zum Beispiel auch Schneeschippen und (wenn man damit durch ist) Straßenbesen. Gegen frisch gefallenen Schnee hilft das mehr als Salz. Aber das setzt ja vielleicht den längeren Einsatz von Oberarmen voraus.

An der Uni kam heute auch die Meldung rum, dass der Winterdienst mangels Streusalzes eingestellt werde. Aber an der Uni benutzen sie ja auch Laubstaubsauger, was soll man dazu noch sagen.

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einfacher Hustensaft reicht nicht mehr

Der Doc, zu dem ich heute war, hat sich wenig um die Frage “Schweinegrippe oder nicht” geschert und mir ganz ungerührt eine Bronchitis attestiert. Das lässt die Sache ja in einem neuen Licht erscheinen. Wie auch immer, ich soll jetzt eine Woche lang ein Antibiotikum nehmen und darf noch ein paar Tage zuhause bleiben. Gibt’s noch Hörbücher?

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Wie man einen einfachen Hustensaft macht

Man nehme eine halbe Zwiebel und hacke sie klein. Die Würfel kommen in ein kleines Schälchen und darauf ein Esslöffel Honig. Nach einer halben Stunde ist der Hustensaft gebrauchsfertig. (Dää Zwiwwelschtikkschie nit mit inholen!) Er ist nicht so lange haltbar, deshalb nehme ich auch nur eine halbe Zwiebel. Den Tipp habe ich von einem befreundeten Imker (dessen Honig ich natürlich hiermit bewerbe :-)).

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noch 6 Tage

Am 18. Januar geht der neue Sender DRadio Wissen ans Netz. Netz ist das richtige Wort, denn er wird nur digital zu empfangen sein – im digitalen Bereich der Kabelnetze, im sogenannten DAB (Digital Audio Broadcasting) und halt im Internet. Es gibt schon lebhafte Diskussionen um die angekündigte Programmstruktur, aber alle Kommentatoren sind sich einig: Sie freun sich drauf. Ich auch, bloß im Büro, wo ständig der Computer läuft, werde ich das ja wohl schlecht hören können, und zuhause will ich auch nicht ständig online sein. Vielleicht ziehe ich mir doch noch den “DRadio Recorder” auf die Platte und nehme zwischendurch was auf.

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Zwischenbericht

Seit gestern geht das Fieber wieder runter. So richtige Werte hat man ja nie, weil ab und zu eine Dosis Paracetamol oder (neuerdings) Ibuprofen gegen die Schmerzen fällig waren. Und die Schmerzen waren heftig. Einen so schlimmen Tag wie gestern hatte ich (zum Glück) noch nie.

Naja, heute ist etwas besser. Ich huste jetzt mehr vor mich hin, zum Glück scheint es (noch) nicht tief zu sitzen. Morgen muss ich zum Doc, wegen der Krankschreibung.

Ein neues Hörbuch ist fällig. “Deutsche Heldensagen”, viel Auswahl ist nicht mehr.

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erwischt

Und ich hatte mich schon gewundert, dass mir am Dienstag so kalt war. Am Donnerstag war ich voll durch den Wind, und abends habe ich dann mal gemessen: jep, 38,6°. Gestern ging die Temperatur dann schrittweise bis auf 40,0° hoch, begleitet von Kopf- und Gliederschmerzen und außerdem ein wenig Husten. Kinners, ich hab die Schweinegrippe! Wie blöd, dass ich das mit der Impfung im Dezember verbummelt hab.

Schweinegrippe ist kein Spaß, das sage ich Euch. “Milder Verlauf”, das heißt ja wohl soviel wie: Man stirbt nicht immer dran. Jetzt halte ich strenge Bettruhe und hoffe, dass sich keine Komplikationen einstellen.

Zur Unterhaltung habe ich mir gestern ein zum Thema passendes Hörbuch angetan: Albert Camus, Die Pest. Sehr beeindruckend. Bei Erkältungskrankheiten ist auch Thomas Mann, Der Zauberberg, sehr zu empfehlen.

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